Mexikanisch mehr oder weniger genießen

by Norbert on September 17, 2010

Essen in Berlin ist sehr vielseitig. Hunderte asiatische, italienische, und französische Restaurants warten darauf, dass man ihnen einen Besuch abstattet. Allein in meiner Straße gibt es fünf verschiedene Lokale, die mich nach der Arbeit mit ihrem verlockenden Duft und einer gemütlichen Atmosphäre verführen wollen. Ursprünglich in Rostock geboren, muss ich zugeben, dass das Essen in Berlin meine Heimatstadt um Längen schlägt. Bei uns mag zwar der Fisch frischer sein, aber wer will denn jeden Tag Lachs, Thunfisch oder Rotbarsch verspeisen.

Meine erste Erfahrung mit mexikanischem Essen in Berlin

Essen in Berlin gibt einem unendlich viele Möglichkeiten kulinarische Köstlichkeiten zu probieren. Obwohl ich schon seit ungefähr zwei Jahren hier wohne, kann ich beim besten Willen noch nicht alles versucht haben.
Letztes Wochenende war ich mit meinem Freund verabredet und als wir genug durch die Gegend gebummelt waren, entschlossen wir uns mexikanisch essen zu gehen. Nach unzähligen chinesischen und indischen Restaurants, die in dieser Gegend zu dominieren schienen, fanden wir einen kleines mexikanisches Restaurant. Sombreros schmückten die Wand und alles war in den Nationalfarben rot und grün gehalten. Kerzen befanden sich auf jedem Tisch, die auch an unserem Tisch eine gemütliche Stimmung verbreiteten. Nachdem uns die Karte gebracht worden war, stand ich wie bei allen Essen in Berlin vor der Qual der Wahl. Tortillas, Tamales oder die überall angebotenen Spaghetti Bolognese? Heute war mir nach Altbewährtem, also bestellte ich Spaghetti. Mein Freund fragte mich zwar, wofür wir dann zum Mexikaner gegangen wären, da wir doch dieses Essen in jeder Straße von Berlin bekommen hätten können. Ich entgegnete darauf, dass ich es ja dann genauso gut hier bestellen könne und er möge doch etwas typisch mexikanisches bestellen. Sobald der Kellner kam, bestellte ich meine Spaghetti und mein Freund anscheinend etwas mexikanisches, denn ich verstand kein Wort.
Wir ließen uns gerade über die Arbeit aus, als unsere Gerichte serviert wurden. Meine Nudeln rochen wie immer köstlich und wollten sofort verputzt werden. Trotzdem schielte ich auf den Teller meines Freundes. „Du brauchst gar nicht so zu gucken, du wolltest nichts Landestypisches. Da bist du schon von Rostock hierher gezogen und bestellst immer das gleiche Essen in Berlin.“, maulte mein Freund. Dessen ungeachtet stibitzte ich eine eine kleine grüne Gurke von seinem Teller. Kaum hatte ich sie runter geschluckt, brannten mein gesamter Mund und Hals wie Feuer. Das war wohl keine Scheibe einer Gewürzgurke, wie ich angenommen hatte, sondern eine äußerst scharfe grünes Chilistückchen. Mein Freund grinste hämisch, während ich mein Glas leerte und mit Brot versuchte den Geschmack zu vertreiben, was nicht wirklich gelingen wollte. „Tja Essen in Berlin will gelernt sein.“, witzelte er.
Moral von der Geschicht, harmlos aussehende Gurken probier’ ich nicht.

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